Das sind wir

Nature.Impulse

 

Hey, wir sind Jess & Jens!

 

Gemeinsam haben wir als gebürtige Heilbronner die ungewöhnliche Entscheidung getroffen, den Luxus eines normalen Lebens hinter uns zulassen und einen anderen Weg des Lebens zu finden. Wir lieben die Natur und wollen ihr so nahe sein, wie es nur geht. Dafür haben wir uns von unserem Alltag gelöst, von allem unwichtigen getrennt und sind in ein waschechtes Vanlife gestartet. Auf knapp 12 qm wollen wir die Welt bereisen. Von Roadtrips über Trekkingtouren möchten wir mit unseren beiden Hunden die Welt von ihrer schönsten und einsamsten Seite kennen lernen. Zu Fuß wollen wir die Natur erkunden und dafür werden wir oft auch auf das bequemes Bett im Van sowie fließend Wasser und Strom verzichten, welches bei den meisten zu einem Mainstreamurlaub in der Regel immer dazugehört. Doch wir wollen nicht mehr in den Urlaub gehen. Nein. Wir wollen auf Reisen gehen. Eine endlose Reise, die unseren Alltag darstellt. Dafür tauschen wir die Bequemlichkeiten eines normalen Alltags gegen unvergessliche Erlebnisse – mit unserem Van – in der Natur ein. Und auch unsere Leidenschaft, das Geocachen, soll dabei nicht zu kurz kommen. Denn als absolute Genusscacher, lässt sich unser Hobby hervorragend mit unserem Vanlife verbinden.

 

Mit unseren 25 Jahre jungen Leben haben wir beide die letzten Jahre nach Schule und Ausbildung im Heilbronner Land den klassischen Weg in die Arbeit gewählt, bis wir uns dazu entschieden haben, nochmal die Schulbank zu drücken und studieren zu gehen. Irgendwie ließ uns das Gefühl aber nicht los, dass da draußen noch mehr für uns ist. Unsere aktuellen Pläne sind nun fernab der klassischen, breitgetrampelten Wege zu finden. Wohin sie uns führen, das wollen wir herausfinden und auf unserem Reiseblog mit dir teilen.

 

Jess – Kreativer Kopf und Träumerin

 

Jess beendete vor einer Weile ihre Ausbildung zur Mediengestalterin bei der Tageszeitung in Heilbronn. Dass die Arbeit bei der Zeitung nicht so ganz ihre große Erfüllung darstellte, hatte sie mit der Zeit gemerkt. Sie bekam zunehmend mehr das Gefühl, dass es da draußen noch mehr für sie geben muss. Um wirklich herauszufinden, was das sein könnte, entschied sie sich für ein Studium und somit die Möglichkeit, in noch mehr unterschiedliche Themengebiete hineinschauen zu können. Eine große Leidenschaft von Jess stellt zudem das Schreiben dar. Als Texterin arbeitet sie immer wieder mit den unterschiedlichsten Auftraggebern zusammen und tobt sich sonst stets auf unserem Blog aus. Doch ebenfalls ein Großteil ihrer Freizeit wird von der Fotografie und Gestaltung geprägt. Als freiberufliche Mediengestalterin nimmt sie unter dem Namen Dezign!t immer mal wieder Aufträge für Printproduktionen entgegen. Die schönsten Fotomodelle aber waren immer unsere treuen Vierbeiner Müsly & Korny. Die Beiden bringen uns schon immer an die abgelegensten Orte und ermöglichen der Kamera die schönsten Motive festzuhalten. Nach Beginn unseres Studiums waren auch immer wieder kleine Ausflüge in die Natur möglich, dabei bekam Jess die Chance auch nebenher noch gelegentlich zu fotografieren. Doch Hobby und Zeit in der Natur blieben deutlich auf der Strecke, ebenso wie die Vierbeiner. Wir beide haben gemerkt, wie sehr wir uns immer mehr nach der Ruhe und Einsamkeit inmitten von Wiesen und Wäldern sehnten. Im Urlaub zog es uns immer weiter weg von den Touristikgebieten – weiter in die Natur hinaus. Weit weg von allem Lärm und Dreck, den die Menschen überall hinterlassen.

Dorthin, wo sich sonst kaum einer hin verirrt, denn da sind wir glücklich.

Dorthin, wo man der Musik der Natur lauschen und zu sich kommen kann.

Dorthin, wo es so still ist, dass man nicht nur in sich hineinhören, sondern auch eine Antwort wahrnehmen kann.

 

Jens –  Handwerker und Hobbygärtner

 

Auch Jens, der als Mechatroniker in der Industrie tätig war, wünschte sich damals zunehmend mehr, sein gutes Gehalt gegen ein paar mehr freie Wochenenden eintauschen zu können. Seiner Leidenschaft als Kampfsportler konnte er zwar immer gut nachkommen, da das Training auf Uhrzeiten verlegt war, an denen er seltenst arbeiten musste. Doch es gab auch noch andere Sachen, die Jens einen Ausgleich zur Arbeit boten und mit der Zeit viel zu kurz kamen. Am meisten genoss er es, Zeit auf dem Grundstück seiner Eltern außerhalb von Heilbronn zu verbringen, wo man immer frisches Obst und Gemüse antraf. Von Äpfeln über Himbeeren bis zur Zucchini und einer riesengroßen Tomatenpflanzenarmee traf man auf diesem Grundstück – abseits der Stadt – fast alles an, was sich in unserem Breitengrad anpflanzen lässt. Später wurde Jens aber zum Balkongärtner. Mit demselben grünen Daumen, den auch sein Vater hat, wurden bei uns Basilikum, Petersilie, Erdbeeren und natürlich Tomaten mit einigem anderem auf unserem großen Balkon angebaut. Wenn dann alles langsam reif wurde und geerntet werden konnte, kam die wirklich große Freude für Jens auf: Das Kochen. Auch hier hatte er sich von der Leidenschaft seines Vater anstecken lassen. Bei einigen Kochkursen staubte er von leckeren Fleischgerichten bis zu waschechten Laugenbrötchen-Rezepten einiges an Erfahrungen ab.

 

Leider konnte Jens in seinen grünen Daumen und geschulten Gaumen zunehmend weniger Zeit stecken, als er eigentlich wollte. Auch das treue Hobby Geocachen kam viel zu kurz und dass, obwohl es uns nicht allzu selten ermöglichte noch urigere und verlassenere Wege und Orte zu entdecken, die wir ohne das Suchen nach den Dosen nie bemerkt hätten. Auch das Basteln an eigenen Geocaches – wenn nicht gerade etwas anderes repariert werden musste – war für Jens immer eine tolle Abwechslung und Herausforderung, der er sich gerne stellte. Es ist genau diese Zeit, von der auch Jens das Gefühl hatte, im Leben viel zu wenig zu haben. Denn für einen normalen Arbeitnehmer ticken die Uhren eben anders. Und nicht nur das ist nervig, der tägliche Alltagstrott, die einfältige Arbeit, sonntags schon wieder den Montag im Kopf zu haben, selbst nach Feierabend nicht so recht abschalten zu können und viele andere Kleinigkeiten führten dazu, dass auch er zu dem Entschluss kam, etwas Neues anfangen zu müssen. So wurde Jens zum Student. Man muss dazu sagen, ein Studium bietet zwar nicht wirklich mehr Freizeit unter dem Jahr, dafür aber zwölf freie Wochen im Sommer, das ist schon mal mehr als die 30 Tage Urlaub bei einer Festanstellung.

 

Der Weg ins Studium

 

Wir wussten, mit einem Studium haben wir die Möglichkeit uns weiter zu bilden, etwas zu lernen, dass uns mehr Spaß macht, um später eine bessere Chance auf einen passenderen und vielfältigeren Job zu bekommen. Doch auch hier kam die ständige Sehnsucht wieder nach mehr Zeit. Zeit woanders – Für uns war klar: Wir müssen raus! Doch wohin? Nicht eine Sekunde dachten wir daran tatsächlich raus aus dem Alltag und der Gesellschaft zu gehen. Den Schritt, den wir gewählt hatten, beinhaltete ja schließlich eine Fortbildung. Weiterbilden mit einem Studium, um dann später etwas besseres Arbeiten zu können. Das waren damals unsere Gedanken. Doch seit damals ist viel Zeit vergangen.

 

Das letzte halbe Jahr habe wir uns oft gefragt, was wir vom Leben wollen, wo wir wirklich hinwollen und wo unser Platz in der Gesellschaft sein könnte. Sechs Jahre lang haben wir uns – so wie wohl die meisten Menschen um uns herum – von den Strömen der Zeit und unserer Erziehung mitreisen lassen. Wir beide kommen aus Familien, in denen wir dazu erzogen wurden, den klassischen Weg zu gehen. Das ist auch absolut okay und dieser klassische Weg bietet einem heutzutage auch eine Vielzahl an Möglichkeiten und Chancen, doch zu etwas wirklich Verrücktem ermutigt er einen nicht.

 

Das Kündigen um studieren zu gehen war schon ein großer Schritt, den vielen als verrückt erachteten, da wir doch beide gute und solide Jobs hatten. Doch für uns war er das nicht. Zugegeben, wir haben uns nicht wirklich gefragt, ob dieser Schritt die einzige Möglichkeit für uns darstellt. Es war der einzige Weg, der sich im Lebenslauf noch sehen lassen konnte, also haben wir ihn eingeschlagen. Wir wollten diese letzte Möglichkeit auskosten und waren davon überzeugt, dass wir uns die Chance studieren gehen zu können nicht entgehen lassen sollten.

 

Nicht einmal haben wir überhaupt daran gedacht wirklich auszubrechen. Jahrzehnte lang wird einem vorgelebt: Es gibt nur diesen einen klassischen Weg. Vom Kindergartenkind zum Angestellten. Ein Weg ohne Abzweigungen und Trampelpfade. Doch wir fingen an, dass Alles anzuzweifeln. Unserer Träume wurden größer und wir fragten uns schlussendlich, was uns wirklich glücklich macht. Um festzustellten: Wir wissen es nicht.

 

Das brodelnde Feuer der Neugierde

 

Dieser Gedanke ist wie ein Feuer, ist es einmal entfacht wächst es unaufhörlich weiter und breitet sich aus. Es gibt einem Kraft und macht einem gleichzeitig auch Angst. „Was macht mich wirklich glücklich?“ – Hat einen diese Frage erst einmal im Griff, lässt sie einen nicht mehr los. Man stellt fest, dass das, was man jahrelang gemacht hat, nicht wirklich das war, was man machen wollte, sondern dass war, was man machen sollte. Das erste Mal in unserem Leben und das erste Mal in unserer Beziehung, hinterfragten wir unseren gemeinsamen Weg und redeten offen darüber.

 

Dabei kam uns beiden ein Gedanke in den Kopf. Der Gedanke von einem Ausflug, den wir vor einer Weile gemacht haben. Wir waren auf einer einsamen Lichtung, tief im Wald, auf die nur ein einziger Weg führte, den schon eine Ewigkeit keiner mehr gegangen war. Und dabei hofften wir stets, dass diesen Weg heute keiner geht und wir unsere Ruhe habe würden. – In diesem Moment wurde uns klar, wie anders wir sind. Anders im Vergleich zu all diesen Menschen, die in den Cafés saßen und entspannen konnten, während sie mit dem Lärm der Stadt zugedröhnt wurden. Wir sehnten uns nicht nach all diesem Trubel und anderen Menschen, unsere schönsten Momente hatten wir stets mit unseren Hunden, wenn wir uns für Stunden tief in der Natur verloren.

 

Dass uns kaum etwas hält in der Gesellschaft, es uns nach draußen zieht, in die Natur und die unendlichen Weiten, unterscheidet uns wohl am meisten von all den anderen und schweißt uns aber auch am meisten zusammen. Vor einiger Zeit erst, als uns die Augen geöffnet wurden, haben wir als ersten Schritt endlich beschlossen, unser Leben an uns anzupassen und langsam aber sicher damit aufzuhören zu versuchen uns immer wieder an das Leben der Menschen um uns herum anzupassen.

 

 

Wir sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen, haben beschlossen unseren Lebensstil zu minimalisieren und unsere Lebensweise aus einem ganz andern Blickwinkel zu betrachten. Alles, was bisweilen selbstverständlich und gewohnheitsmäßig einfach vorhanden war für uns, fingen wir an zu hinterfragen. Schon seit einigen Jahren haben wir kein Free-TV mehr und vermissen es auch nicht. Hinzu kamen nun aber auch die Fragen: Was gibt es noch, dass wir nicht vermissen würden? Können wir uns noch mehr von Verträgen und finanziellen Verpflichtungen lösen? – Schlussendlich landeten wir wieder bei der Frage: Was macht uns denn nun wirklich glücklich? Und: Was brauchen wir wirklich zum Glücklich sein?

 

Ein großes Thema hierbei spielte vor allem unsere 80qm Wohnung. In dieser Größenordnung lebten wir fast sechs Jahre, doch war es wirklich eine große Wohnung, die uns glücklich machte? Auch die Rücklagen, die man hier und da immer mal wieder gerne anknabberte mussten doch eigentlich nicht unnötig leiden. Somit haben wir außerdem beschlossen, unseren Konsum Stück für Stück auf das Lebensnotwendigste zu reduzieren und alles, was darüber hinaus geht wird mehrfach abgewägt.

 

Mit einem Experiment fing es an

 

Da man als Student in diesem Zwischenschritt seines Lebens in der Regel sowieso nicht sonderlich viel Geld hat, bot sich dieses Experiment im Studium natürlich hervorragend an. Wir wollten nicht nur auf unseren Reisen, sondern auch im Alltag unser Leben auf das Minimum reduzieren. Und natürlich dabei für uns erkennen, wo dieses Minimum liegt. Zudem wollten wir mit viel Reisen herausfinden, ob das Leben im Van etwas für uns sein könnte und wir uns auch für längere Zeit ein „Vanlife“ vorstellen können. Als Student kann man all das Erproben und ist dennoch in der Gesellschaft verankert. Man hat einen festen Wohnsitz, kann sich aber auch Stück für Stück in Alltag und Freizeit davon lösen. Mit all diesen Gedanken entstand für uns ein ganz besonderer Prozess, den wir während unseres Studiums durchliefen und dem wir uns bewusst stellten.

 

Gerade auch durch die freiberufliche Arbeit von Jess und vielen weiteren Perspektiven, die sich durch unser Studium und die Möglichkeiten der Spezialisierung ergeben hatten, öffnen sich einige Türen für eine etwas andere Zukunft. Damals wussten wir noch nicht, welches Ausmaß das alles annehmen würde, aber wer weiß denn schon wirklich, was die Zukunft bringt? In jedem Fall wollten wir das Studium nutzen, um genau das herauszufinden. Diese Zeit war für uns – so wie für jeden anderen Studenten in der Regel auch – nur ein Zwischentritt im Leben, der Einen um unzählige Erfahrungen reicher macht und uns die Richtung aufzeigte, in die uns das Leben führen sollte.

 

Wie unser Traum Wirklichkeit wurde

 

Ob der Weg ins Studium wirklich das war, was wir brauchen und wollen, können wir nicht mehr sicher sagen. Hätten wir bereits vor einem Jahr diesen Wandel durchlebt, wäre unsere Entscheidung vielleicht anders ausgefallen. Aber auch, wenn wir uns dazu entschieden haben unser Studium zu pausieren, man kann es auch "abbrechen" nennen, haben wir tolle Erfahrungen gesammelt, die wir nicht mehr missen wollen. Wir haben beide aus dem Studium das Beste für uns mit rausgenommen und bereuen es in keiner Weise diesen Schritt gegangen zu sein. Schlussendlich war es auch der Weg ins Studium, der uns über viele Ecken all die Anreize und Inspirationen geliefert hat, die uns dazu bewegt haben, unser Leben zu hinterfragen und in ein Vanlife zu starten. Es hat uns geholfen herauszufinden, dass wir vielleicht etwas ganz anderes vom Leben wollen und uns die Augen geöffnet für all die Möglichkeiten, die noch vollkommen unberührt vor uns liegen.

 

Zu wissen, dass das eigenen Könne und die Fähigkeiten komplett abhängig machen wie viel man im Monat verdient, man kein geregeltes Einkommen hat und dieses – unabhängig vom Können bei schlechter Arbeitslage – auch mal ganz wegbleiben kann ein paar Monate, bereitet auch uns eine Heidenangst. Wir verstehen all diejenigen, welche dieselben Träume von ihrem Leben haben, sich aber von eben diese Angst davon abhalten lassen sich ihre Wünsche zu erfüllen. Existenzangst ist eine sehr tief sitzende und absolut natürliche Angst, die jeder hat, der sich aus seinem gewohnten, von der Gesellschaft vorgelebten, Umfeld lösen will um sich in die absolute Unsicherheit und Unabhängigkeit zu wagen. Auch wir haben diese Angst in ihrer vollen Kraft gespürt und spüren sie immer noch oft genug – haben uns ihr aber gestellt!

 

Wir haben eben diese verrückte Idee vom Vanlife einfach wahr werden lassen. Aller Ängste und Zweifel zum Trotz haben wir uns unseren Traum erfüllt. Vor allem Jess, die das Fernweh beinahe täglich quält, war eine treibende Kraft. Sie will seit sie denken kann reisen und die Welt sehen – etwas erleben – bevor ihr Leben auf diesem einzigartigen Planeten zu Ende geht. Doch ebenso musste sie sich auch ihr Leben lang schon anhören, wie schwachsinnig es ist, so einen Traum wahr werden zu lassen – deshalb sei es ja ein Traum. Sie sollte eine sinnvolle Ausbildung machen, sich nach einem guten Job umschauen und endlich erwachsen werden. Viel zu lange hat sie sich von all diesen Stimmen einschüchtern lassen, doch aufgehört zu träumen hat sie deshalb nie. Schließlich war es für uns an der Zeit, unseren Traum Wirklichkeit werden zu lassen!

 

Gemeinsam als Familie

 

Trotz der Ungewissheit, die all diese Fragen ohne Antworten mit sich bringen, und der Unsicherheit, die mit den Zweifeln immer wieder aufkommt, haben wir doch schon einige wichtige und wertvolle Erkenntnisse erlangt. Lange haben wir – man kann fast schon sagen blind – in den Tag hinein gelebt, dass wir es auch immer wieder als Segen erachten, so die Augen geöffnet bekommen zu haben. Ganz besonders betrifft das vor allem unsere Beziehung. Nach nun über sechs Jahren gemeinsam unter einem Dach und unzähligen Hochs und Tiefs, haben wir uns das erste Mal gefragt, wohin unsere Beziehung wirklich führen soll. Das erste Mal in unserem Leben haben wir uns gefragt, was für einen Weg wir überhaupt gehen wollen – und wohin. Darauf war die Antwort eine leichte: Egal wohin, Hauptsache zusammen!

 

 

Dabei ging es uns nicht nur um uns beide, wir dachten über unserer gesamte Familie nach und vor allem über den kleinen Teil davon, der uns Tag täglich seit Jahren mit vier Pfoten begleitet.

 

Ganz besonders wurde uns klar, wie viele Gedanken wir an Müsly verlieren. Mit ihren zehn Jahren ist sie nicht mehr die jüngste. Sie hat hier und da schon einige kleine Alterswehwechen und bekommt schon um einiges mehr Verständnis und Geduld von uns wie noch vor einigen Jahren. Zwar ist sie medizinisch gesehen top-fit für ihr Alter, dennoch macht sie einem aber auch immer wieder klar, dass ihr Tag einmal kommen wird und dass mit Sicherheit – in jedem Fall – viel zu früh. Wir wurden uns das letzte halbe Jahr immer öfter einig darüber, dass nach all der gemeinsamen Zeit, Müsly auf keinen Fall, ganz egal in welcher Zukunft, ihre letzten Schritte alleine gehen muss. Ein Leben lang schon begleitet sie uns. Ganz sicher werden wir sie dann – wenn es soweit ist – auf ihrem letzten Schritt nicht alleine lassen. Erst recht nicht, weil der Job und die damit verbundenen Verpflichtungen es nicht zulassen. Wir waren uns absolut einig: Vorher noch würden wir kündigen, um bei ihr sein zu können, bevor wir zulassen, dass sie ohne uns an ihrer Seite von dieser Welt geht. Denn ist dies erst einmal geschehen, wird sie für immer von dieser Erde gegangen sein und alles was uns bleibt, sind die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit ihr.

 

In vielen dieser sentimentalen Momente haben wir während des Studiums immer wieder gemerkt, was uns wirklich wichtig ist, ohne, dass wir uns zuvor bewusst darüber waren. Vielleicht ändert sich das noch einmal – wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Aber das letzte halbe Jahr in unserem Studium haben wir uns stark von vielen Gedanken der Vergangenheit gelöst. Mit all den neuen Fragen, die wir uns gestellt haben, haben wir angefangen uns neue Meinungen und Einstellungen über das Leben zu bilden. Wir sind sicher, dass Müsly – und auch Korny – mit uns lieber auf 12 qm leben und Tag täglich neue Wege erkunden, als auf 80 qm den ganzen Tag zu warten, dass wir nach Hause kommen. Mit unserem Van haben wir unser Zuhause immer mit dabei und alles, was uns wichtig ist. Damit wollten wir nicht warten, keine vier Semster, nicht einmal eines. Noch verdienen wir nicht genug, um davon auf Dauer leben zu können, doch wir setzten alles daran dies zu ändern. Um unser Vanlife wirklich leben zu können, Tag für Tag, als eigener, kleiner Traum der Wirklichkeit geworden ist, werden wir alles Tun, was in unserer Macht steht. Wo auch immer es uns hinführt, wir werden dabei zusammen sein und mit unseren Hunden – gemeinsam als kleine Familie, die wir sind – all die neuen Wege gehen und schauen, wohin sie uns führen.

 

So wollen wir uns vortasten in dieser Welt. Einer Welt, die unzählige Möglichkeiten und Richtungen für uns offenhält. Noch längst haben wir nicht alle Wege überschaut, doch wir wollen herausfinden welche davon, die unseren sind. Und wenn uns keiner gefällt, dann wagen wir uns – voller Neugierde und Mut – auf einen neuen Weg, den wir mit jedem Schritt in unsere Richtung festigen werden.

 

Nature.Impulse