· 

Mega-Event Stashes 'n' Stones

Das Mega-Event am 12. Mai in Idar-Oberstein. Unser erstes Mega-Event überhaupt. – wir waren natürlich mit Müsly & Korny am Start!

 

Nun gehen wir schon über sechs Jahre als Paws4eveR Geocachen. Seit über der Hälfte dieser Zeit unterstützt uns Müsly als ausgebildeter Cacherdog bei der Suche am Boden. Auf unzähligen Events haben sich unsere beiden Vierbeiner nun schon einen Namen gemacht, doch noch nie haben wir uns in die Massen eines Mega- oder gar Giga-Events getraut. Die Veranstalter unseres früheren, regionalen Stammtisches haben uns jahrelang bearbeitet, zu vielen Events geschleppt, auf die wir so vermutlich nicht gegangen wären, und uns schließlich überzeugt. Wir waren neugierig und beschlossen, wenn es zeitlich passt, gehen wir endlich mal mit zu einem Mega-Event.  

 

Nur mit den Vierbeinern

 

Für uns war schon immer klar, wenn wir auf Events gehen, dann nur mit der ganzen Cacher-Crew. Sobald irgendwo Hunde verboten sind, sind wir nicht mehr dabei. Auf Mega-Events ist das auch leider nicht selten der Fall. Die Masse an Menschen in einer großen Messehalle als Laie zu organisieren ist garantiert ein Meisterwerk, den Faktor Hund mit einzuberechnen können und wollen einige dabei einfach nicht. Wir haben in Idar-Oberstein aber miterlebt, dass es auch anders geht. Nicht nur, dass Hunde klar und deutlich (durch die Möglichkeit des Erwerbs eines Tickets für das Tier) auf dem Event erlaubt waren, sie wurden auch noch mit einem Willkommenspresent begrüßt. Über den ganzen Zeitraum unseres Aufenthalts auf dem Gelände sind wir unzähligen Hunden mit ihren Cacherherrchen und -frauchen begegnet und haben dabei nie Probleme gehabt. Es gab kein Geschrei, Gebelle oder Gebeisse. Trotz der über  2 000 Teilnehmer am Event  – die sich über das Gelände und den Tag sehr gut verteilten – und unzähligen Hunde, lief der Tag unseres Wissens absolut friedvoll für Menschen und Tiere ab.

 

Die Tore öffnen sich

 

Mit absolut keinen Erwartungen gingen wir also am Samstagmorgen zum Hauptevent. Das Auftakt- und Abschlussevent konnten wir leider nicht besuchen, doch am Eventtag, waren wir bereits um halb neun morgens am Start. Unsere Stammtischkollegen, mit denen wir angereist waren, bestanden darauf, möglist früh vor Ort zu sein. Das zahlte sich schließlich aus, als die Türen aufgingen. Wir waren, in einer kleinen Gruppe von Frühaufstehern, unter den Ersten, die rasch ihr Ticket gegen ein Bändchen tauschten. Zusätzlich, zu dem Infomaterial (das unter anderem einen Stempelzettel für die Lab-Caches des Events enthielt) gab es noch vier Woodencoins. Wie sich für uns Mega-Event-Laien später herausstellte, gab es die Coins in vier Variationen und durch Tauschen mit anderen Cachern konnte man sich so seine kleine Woodencoin-Stashes ' n ' Stones-Collektion erstellen.

 

Für uns Hundebesitzer gab es zusätzlich noch eine zweite Tüte, eine Tüte für den Hund. Müsly & Korny erhielten beide je ein Präsent mit Probepäckchen einiger Leckerlie- und Hundefuttermarken, sowie eine Trinkflasche (ich vermute stark, die ist für den Hundehalter gedacht) und eine Rolle Hundekottüten mit nettem Anhänger in Hundeknochenform.

Nature.Impulse - Geocaching Event mit Müsly & Korny

Noch nicht einen Blick hatten wir in die Messehalle geworfen, als sich für uns der Eintrittspreis von 8€ aus dem Vorverkauf bereits gelohnt hatten. Wir waren absolut überzeugt, ließen uns aber sogleich – wie auch immer wieder im Laufe des Tages – sagen, dass das Event hier in Idar-Oberstein unsere Messlatte an Megas nicht zu hoch legen sollte. Auch die Preise, die es bei der Verlosung am Abend zu gewinnen gab, waren wohl nicht unbedingt das, was man sonst so auf Megas bekommt, sondern weitaus aufwendiger, thematisierter und natürlich bedeutend besser als die 0815 Taschenlampe, die sonst der Gewinner bekam. Es gab 50 Preise zu gewinnen und allein dass, war wohl auf Mega-Events nicht üblich. Ob wir jetzt unsere Messlatte wieder tiefer gelegt bekommen ...

 

Rein ins Getümmel

 

Durch das gemütliche Loggen auf dem riesigen Logbuch in Diamantenform und unzähligen netten Gesprächen, schafften wir es auch die folgende halbe Stunde nicht in die Messehalle. Als wir uns dann endlich in die Halle wagten, kamen wir mit der Höchstgeschwindigkeit von 10 Metern pro Stunde voran. An beinahe jedem Stand kamen wir ins Gespräch, sammelten Tipps, ließen etwas Geld liegen, waren mit unseren Augen & Ohren einfach überall. Müsly & Korny nahmen den Trubel gelassen. Die Menschenmenge verlief sich Größtenteils auf dem Gelände und nur das ständige Stop-and-Go schien die beiden etwas zu nerven. Doch wir hatten die Ruhe weg (wie beinahe jeder auf dem Gelände) und  ließen es gemütlich angehen. Dementsprechend waren auch die Hunde ruhig und gelassen.

 

Von biologischer Aufklärung über die Zeckenentwicklung bis zu informativen Gesprächen mit Mitgliedern der Suchhundestaffel, wir nahmen alles an Wissen mit, das wir kriegen konnten. Auch der Spaß und das motorische Training kamen nicht zu kurz, denn jeder von uns konnte zum Ersten Mal in seinem Leben eine Runde Segway fahren. Es gab so viele und abwechslungsreiche Stände, wir fühlten uns für den Preis des Eintrittes mehr als nur entlohnt und hatten mehr als genug Möglichkeiten uns über die unterschiedlichsten Sachen zu informieren. Als wir uns dann endlich wieder von der Halle trennen konnten, ging es schließlich noch auf die Massen-Cacher-Runde um das Gelände. Dort konnten sich nun auch die Hunde etwas die Beine vertreten bei einer einfachen T1 Tradi- Runde, die uns über den Mittag  beschäftigte.

 

Auf zum Massencachen

 

Bei traumhaft warmem, ja fast schon heißem Sommerwetter hatten wir weitere nette Bekanntschaften & Gespräche. Auch wenn es einiges zu essen auf dem Messegelände gab, holten wir uns dann doch spontan unser Mittagessen unterwegs bei einem Laden im Industriegebiet und machten ein kleines Päuschen auf einer Wiese.
Zu Beginn hatten wir noch einen einfachen Multi zum Event ausgespäht, der direkt auf dem Messegelände lag. Dessen Finale setzten wir noch an das Ende unserer Tradi-Runde. Natürlich war auch hier wieder Massen-Logging angesagt, doch die Dose war schön gemacht und der Multi eine nette Idee, passend zum Thema. Der Name des Megas war übrigens GC6MEGA und somit (wie man das von Mega-Events erwartet) durchaus getroffen. Auch das Auftakt-Event zum Spießbratenessen, mit dem Namen GC6MEAT, sowie das Abschlussevent GC6MEHR, waren mühevoll erarbeitet und rundeten das ganze Event mit einer faszinierenden Liebe fürs Detail ab.

 

Dennoch stand das Cachen für uns nicht so ganz im Vordergrund. Auch von den zehn Lab-Caches sammelten wir nur die ersten vier im näheren Umkreis ein, um an der Tombola teilnehmen zu können. (Bei der wir übrigens den zweiten Platz abräumten!) Viel wichtiger war für uns – wenn wir mit den Hunden schon einer derartigen Masse an Menschen aussetzten  – der Kontakt zu anderen Cachern.

Vermutlich liegt es an der Mentalität der Geocacher, etwas, das beinahe alle mit diesem Hobby gemein haben: eine entspannte und vorurteilslose Einstellung. Denn es gab zu keinem Zeitpunkt eine angespannte oder gar hektische Situation. Nie wurden wir verurteilend angeschaut wegen unseres, doch untypischen Alters für geocachende Hundebesitzer. Auch, als was wir arbeiten, wie viel wir verdienen, welches Auto wir fahren – es spielte einfach alles keine Rolle. Unter all diesen Menschen hatten wir einfach nur das Gefühl, gleich zu sein. Die Hunde wurden nicht nur toleriert sondern akzeptiert und mit Respekt behandelt. Die erste und meist auch einzige Frage, die uns von beinahe jedem gestellt wurde, war: Hast du diese Dose schon? – Alles andere spielt keine Rolle. Man plauschte über das gemeinsame Hobby, Erlebnisse, Erfahrungen und tauschte Geschichten aus.

 

Die Geocacher-Community

 

Ganz besonders wurde der Zusammenhalt zwischen sich völlig Fremden bemerkbar, als ziemlich am Ende des Tages die Verlosung begann. Die Ansprache der Veranstalter, des Bürgermeisters und vielen weiteren Personen, die bei der Organisation und Ermöglichung des Megas in Idar-Oberstein beteiligt waren, wurde durch einen kleinen Hinweis unterbrochen. Ein Hinweis darauf, dass wohl auf dem Parkplatz ein Hund in einem Auto verzweifelt bellte und doch bitte aus der Hitze und dem Auto geholt werden soll. Schließlich seien ja Hunde in der Halle erlaubt. Die aufsteigende Wut in mir, über so unfassbare Dummheit und Unmenschlichkeit, hatte gar keine Chance sich Luft zu machen, denn innerhalb von Sekunden ging durch die Menge von gut 1000 Geocachern ein immer lauter werdendes Buuuuuuuh. Ich bekam Gänsehaut und vergaß komplett, mich dem Ausbuhen des verantwortungslosen Hundebesitzers anzuschließen, so gebannt war ich von der Aktion, der sich ausnahmslos jeder in der Halle anzuschließen schien.

 

Auch der Bürgermeister hielt eine tolle Rede darüber, wie seiner Meinung nach überraschend gut und friedvoll die Tage verlaufen waren. Er hatte wohl nicht mit einer derartig großen Menge an Menschen gerechnet und sich sehr gefreut darüber, wie gerade durch die Lab-Caches in der Stadt, diese mal wieder richtig belebt wurde. Er freute sich ebenfalls sehr über das Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein der Natur und Tieren gegenüber, welches er von den Cachern über die Tage immer wieder miterlebt hatte. Durchweg verlieh er uns Geocachern einen absolut tollen Ruf und lobte uns, sowie die Orga, von allen Seiten. Auch wir müssen sagen (wenngleich es uns mit Erfahrungen von anderen Mega-Events mangelt), dass uns der Eindruckt vermittelt wurde, dass die Orga alles hervorragend im Griff hatte und von vorne bis hinten alles perfekt durchgeplant war. 

 

Auch wenn unser Impuls uns in die Natur treibt und wir es genießen alleine – unter uns – zu sein, so war die Erfahrung auf dem Mega doch eine unvergessliche, die ich nicht missen will. Zu selten erleben wir im Alltag eine derartige Atmosphäre und einen so starken Einsatz für die Natur, Tiere und das Handeln mit dem gesunden Menschenverstand. Einen Tag lang mit Menschen zu verbringen, die durchweg aufgeschlossen, gelassen und absolut vorurteilsfrei mit Einem umgehen, war etwas, dass wir auch auf unseren Reisen  – gerade in kleine Dörfer und Randgebiete der Zivilisation – hoffentlich immer wieder antreffen werden. Inmitten solcher Menschen, fühle ich mich nicht anders, sondern genau richtig. Wir haben uns nun auch einstimmig dazu entschlossen in Zukunft darauf zu achten, dass unsere Reisen uns immer wieder an dem einen oder anderen Mega- oder gar Giga-Event vorbeiführen werden.

 

Nature.Impulse - Paws4eveR waren auf dem Mega-Event in Idar-Oberstein