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Was ist dieses Geocaching eigentlich?

Nature.Impulse - Geocaching

 

 

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, was dieses Geocaching (spricht man übrigens geokäsching) eigentlich ist?

Als langjährige Cacher mit unseren Cacherdogs Müsly & Korny werden wir euch heute mal etwas über unser tolles Hobby erzählen.

 

Oft wird diese Art der Freizeitbeschäftigung als moderne Schnitzeljagd abgetan, doch Geocaching ist viel mehr als das! Wir sind schon seit über sechs Jahren auf der Suche nach Cachedosen, die uns immer wieder über die schönsten und abgelegensten Wege führen und uns die besten Erlebnisse in der Natur schenken. Aber auch in der Stadt trifft man clever getarnte Geocaches an.

 

Gemanagte wird das ganze Spiel von einer Organisation namens Groundspeak, welche die offizielle Website von Geocaching verwaltet. Sie wird auf der ganzen Welt von sogenannten ehrenamtlich tätigen Reviewern unterstützt, die sich um die Verwaltung der über 3 Millionen veröffentlichten Geocaches weltweit kümmern. Für Groundspeak tätig sind aber weit mehr – auch fest angestellte – Mitarbeiter. Man kann das Hobby prinzipiell kostenlos betreiben oder sich aber für 30 Euro eine Premium Jahresmitgliedschaft kaufen, mit der man dann bedeutend mehr Dosen suchen und einige Zusatzfeatures mehr nutzen kann.

 

Die Geocache-Behälter

 

Bei Cachedosen handelt es sich um Behälter unterschiedlichster Größe, welche an den verschiedensten Orten versteckt werden. Gefüllt sind sie meist nur mit einem sogenannten Logbuch. Dabei handelt es sich um ein kleines Buch, Heft oder einfach nur eine Papierrolle in die man sich einträgt, um somit zu signieren „Ich war hier!“. Meistens findet man auch einen Stift in der Dose, mit dem man sich ins Logbuch eintragen kann, ein eigenes Schreibgerät mit dabei zu haben sollte aber dennoch immer Pflicht sein. Es gibt Nichts ärgerlicheres, als mit der Dose in der Hand und dem Logbuch vor Augen dazustehen, aber keinen Stift zum Signieren zur Hand zu haben.

 

Besonders in größeren Dosen sind manchmal auch noch Tauschgegenstände enthalten, die vor allem Kindern den Spaß an der Suche schenken sollen. Kleine Spielfiguren, Armbänder, Flummies, Sticker – Wer eine Kleinigkeit da lässt, darf auch eine mitnehmen. Oberstes Gebot ist hierbei das faire Tauschen.

 

Klassisch unterteilt werden die Dosen der Größe nach von den meisten Cachern in Nano, Micro, Klein, Mittel, Groß und Andere. Ein Nano ist gerade mal Fingernagelgroß, ein Micro hat meistens die Größe einer klassischen Filmdose und so geht es immer weiter aufwärts bis zu den großen Dosen die oft auch in Form von Munitionskisten oder 10 Liter Eimern mit Deckel anzutreffen sind. Am spannendsten sind meist die Geocaches vom Typ Andere. Bei diesen handelt es sich schon auch mal um etwas ungewöhnlichere Dosen. Beispielsweise abnehmbare Schilder oder geschickt getarnte Magnetstreifen mit dem Logbuch auf der Rückseite.

 

 

Nature.Impulse - Geocachegrößen

 

 

Die Suche nach den Dosen

 

Um eine Geocachedose suchen zu können benötigt man die genauen GPS Koordinaten. Führen einen die Koordinaten direkt zur Dose, ist es ein sogenannter Traditional Cache. Gelangt man über die Koordinaten an den Start einer Strecke, die man meist zu Fuß ablaufen muss (oft ein Rundweg) um dabei Fragen zu beantworten, handelt es sich um einen Multi-Cache. Mit Hilfe der beantworteten Fragen kann man dann das Finale und damit die tatsächlichen Koordinaten des Dosenversteckes ermitteln. Es gibt aber noch viele weitere Geocachetypen, auf die wir später nochmal eingehen werden.

 

Am besten geht das Anpeilen von Koordinaten mit einem Smartphone oder GPS-Gerät (Globales Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung). Wir persönlich gehen mit beidem cachen. Gerade in der Stadt mit gutem Empfang kann man schnell das Handy zücken, das GPS aktivieren und mit einer Geocaching-App nach Dosen in der Nähe suchen und sich zu diesen führen lassen. Die bekannteste Applikation ist dabei die Geocaching-App von Groundspeak, welche es für Apple und Android gibt. Die App c:geo und Locus sind kostenfreie Alternativen von privaten Geocachern, welche für Smartphones mit einem Betriebssystem von Android erhältlich sind. Wir persönlich arbeiten gerne mit c:geo sowie der offiziellen Geocaching-App.

 

Gerade im Wald präferieren wir aber ganz klar das GPS-Gerät. Es ist für viele sehr altertümlich und wird oft belächelt, doch es hat nun mal eine bedeutend bessere Genauigkeit und wurde ausschließlich für das Orten von Koordinaten entwickelt. Ein Handy muss heutzutage von allem ein bisschen was können – was oft vorteilhaft ist. Wenn unser einziges Ziel aber ist eine Dose im Wald zu finden, dann verlassen wir uns lieber auf unser GPS-Gerät von Garmin, welches in dieser Branche, was Qualität und Können angeht, einfach unschlagbar ist.

 

An den Koordinaten der Dose angekommen, hat man mit einem geschulten Auge und etwas Glück dann auch meist schnell die Dose in der Hand. Falls das Auge und Glück dann doch mal versagen, hilft uns immer gerne Müsly bei der Suche. Als jahrelang geschulter Cacherdog kann sie die meisten Dosen nämlich Wort wörtlich riechen und für uns aufspüren. Besonders im Wald, wo sich die Dosen gerne in Baumstämmen oder unter Wurzeln verstecken, ist so eine Spürnase absolut von Vorteil. In der Stadt sind es dann oft aber anspruchsvollere Verstecke, da hier meist auch ein bedeutend höheres Muggelaufkommen ist.

 

Ein Muggel ist hierbei  – ganz nach der Welt von Harry Potter – eine Person die das Geocachen nicht ausübt, so wie bei Harry Potter all diejenigen die nicht zaubern können. Tatsächlich laufen auch wir selbst als Cacher gelegentlich unwissend an Dosen vorbei, da die Verstecke wirklich hervorragend getarnt sind. Auch uns geht es hin und wieder so, dass wir trotz dem Wissen über die Dose einfach Tomaten auf den Augen haben und sich der Geocache nicht zeigen will.

 

Cachetypen

 

Bei manchen Geocachetypen kann einem das nicht passieren, da es überhaupt keine Dose zum Suchen gibt. Denn neben den klassischen Typen, bei denen man direkt (Traditional Cache) oder über einen Rundweg (Multi-Cache) zur Cachedose gelangt, gibt es noch einige Weitere:

  • Ein ebenfalls sehr häufig anzutreffender Geocachetyp hierbei ist noch der Rätselcache oder auch Mystery genannt. In der Beschreibung des Geocaches – dem sogenannten Listing – ist ein Rätsel enthalten, dass man lösen muss um an die tatsächlichen Koordinaten der Dose zu kommen.
  • Dann gibt es noch den sogenannten Letterbox Hybrid. Klassischerweise wird bei diesem Cachetyp im Listing der Weg zum Finale beschrieben und kann ohne ein GPS-Gerät abgelaufen werden. Es gibt aber einige Unterarten des Letterbox Hybrid, die sich im Aufbau dann auch wieder etwas unterscheiden. Gemeinsam haben aber Alle, dass ein Stempel in der Dose zu finden ist. Dieser darf nicht entwendet werden. Er ist dazu da, um in ein eigenes Logbuch einen Abdruck des Stempelmusters zu machen und somit die Stempelmotive von Letterboxen zu sammeln. Zudem ist es auch immer Pflicht sich in die Logbücher von Letterboxen mit einem eigenen Stempel einzutragen.
  • Etwas seltener anzutreffen sind dann noch die Wherigos. Bei diesem Geocachetyp benötig man eine Zusatz-App. Um an die Dose und somit das Final zu gelangen, muss man bestimmte Aufgaben erfüllen. Das Ganze ist klassischerweise in etwa wie ein Onlinerollenspiel aufgebaut, dass man aber in der realen Umgebung spielen und ablaufen muss. Oft schlüpft man in die Haut eines Protagonisten. Zum Beispiel einem Ermittler, der einen Mordfall oder Raub aufklären muss.

Loggen kann man übrigens alle Geocaches nach dem Eintragen ins Logbuch auch online auf Geocaching.com. Außer natürlich die besonderen, die man nur online loggen kann, da es kein Logbuch vor Ort gibt. Hierzu zählen Earth Caches, Webcam Caches, Virtual Caches und Labcaches.

  • Earth Caches führen einen an geologisch besondere Orte. Im Listing werden meistens Fragen gestellt die man nur vor Ort beantworten kann und dann per Mail an den Besitzer des Geocaches – den sogenannten Owner – schicken muss. Manchmal muss man auch kleine Experimente durchführen und das Resultat dann an den Owner weitergeben um eine Logerlaubnis zu bekommen.
  • Webcam Caches sind meistens ins Städten auf Marktplätzen zu finden. Von der Stadt ist dort dann eine Webcam installiert auf die man öffentlich Einsicht hat. Diese Geocachetypen loggt man online zusammen mit einem Screenshot der Webcam, auf dem man zu sehen sein muss.
  • Bei den Virtual Caches handelt es sich um Cachetypen bei denen man eine im Listing gestellte Aufgabe erfüllen und sich dabei fotografieren muss. Es gibt diese Geocaches in vielen Varianten, bei Allen aber steht das Erlebnis und eine Aktivität im Vordergrund und nicht das Loggen. Nur eher selten bestehen diese Cachetypen aus Fragen oder Rätseln. Leider kann man seit einiger Zeit diese Cachetypen nicht mehr veröffentlichen. Groundspeak lässt zwar alle bestehenden Virtual Caches unberührt, aber es können keine Neuen mehr erstellt werden.
  • Labcaches gibt es noch nicht lange. Erst seit circa vier Jahren kann man diesen Cachetyp loggen. Sie sind nicht nur verhältnismäßig neu sondern auch sehr speziell. Labcaches werden meist im Namen von Mega- und Giga-Events gelegt. Zur Logfreigabe muss man eine spezielle Information ermitteln und auf einer gesonderten Homepage eingeben. Dieser Typ von Caches dient meist dazu die Gegend um das Event besser kennen zu lernen und die Masse an Besuchern zu verteilen.
  • Als Letztes gibt es dann noch die Event Caches. Sie dienen zum Austausch mit anderen Geocachern und der Unterhaltung. Auch diese kann man – wie alle anderen – online loggen. Aber hier wird auch wieder meistens ein Logbuch ausgelegt, in das man sich physisch eintragen kann. Man unterscheidet diese Typen noch nach Größe. Ab mindestens 500 Anmeldungen bezeichnet man sie als Mega-Events und ab 5 000 Anmeldungen als Giga-Events.
  • Eine Sonderform stellt hierbei das CITO da. Bei sogenannten Cache-In-Trash-Out-Events wird Müll aus einem vorher festgelegten Geländebereich geräumt um an dessen Stelle Geocaches zu legen. Aber auch andere Umweltschutzaktionen und die Pflege der Kulturlandschaft sind oft Bestandteil eines solchen Events. Oft werden solche Aktionen in Zusammenarbeit mit der Stadt organisiert.

 

Nature.Impulse - Geocachetypen

 

 

Travelbugs und Co

 

Events eigenen sich nicht nur sehr gut um Informationen auszutauschen, auch sehr beliebt ist der Tausch und das Begutachten von sogenannten Trackables. Sie werden unter anderem Unterteilt in Travelbugs (sehen ähnlich aus wie die US-Erkennungsmarken von Soldaten und hängen immer an einem Reisegegenstand dran) und Coins (sehen ähnlich aus wie US-Verdienstmedaillien). Jeder von ihnen besitzt einen festen Code mit dem man ihn eindeutig identifizieren kann. Oft findet man Trackables auch in größeren Dosen vor, aus denen man sie mitnehmen und wandern lassen kann. Denn die meiste Trackables haben eine Aufgabe, ein festes Ziel, dass sie gerne erreichen möchten oder Orte, die sie bereisen wollen – danach sollte man immer schauen!

 

Jeder kann übrigens einen Trackable auf reisen schicken oder einen eigenen Geocache legen. Dazu braucht man nur ein Geocaching Account und im Falle des Trackables natürlich einen entsprechenden Gegenstand mit seinem einmaligen Code. Erwerben kann man diese unter anderem in zahlreichen Onlineshops. Den Code aktiviert man online und los geht die Reise.

 

Einen Geocache zu legen ist da schon etwas aufwändiger und sollte gut überdacht werden. Es empfiehlt sich bereits schon einige Dosen geloggt zu haben, bevor man sich an den Ersten eigenen wagt. Erst wenn man bereits eine Vielfalt an Dosen gesehen und gefunden hat, besitzt man genügend Erfahrung um auch die eigene Dose entsprechend anlegen zu können.

 

Eine Vielfalt der von uns gefunden und versteckten Dosen sowie einige von uns entdeckten Trackables kannst du dir hier unten in der kleinen Galerie mal anschauen.

 

 

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