Im Pack-Chaos versunken

Nature.Impulse - Müsly & Korny im Packchaos

 

 

So langsam kommt der große Tag immer näher und wir haben mittlerweile die Packliste für unseren Roadtrip – vier Wochen durch die Bayerischen Alpen – vollständig zusammengestellt. Die überarbeitete Liste gibt es nach unserer Tour dann auch online und zum downloaden (Wenn wir sie mit den Erfahrungen, die wir während der Reise gemacht haben, etwas angepasst haben).

 

Es war in letzter Zeit einiges an Hin und Her mit dieser Liste. Wir haben sie unzählige Male über den Haufen geworfen, uns im World Wide Web ein paar Tipps geholt und von vorne angefangen. Prominent auf dem Wohnzimmertisch platziert schaute uns die Packliste täglich an und machte es unmöglich nicht doch noch einen Gedanken mehr daran zu verschwenden, ob nun wirklich alles darauf steht, was mit muss. Da es auch immer öfter vorkam, dass uns unterwegs Gedankenblitze für die Tour kamen, arbeiteten wir parallel auch mit einer Listen-App, in der wir uns mit verknüpften Konten eine Roadtrip-Liste teilten.

 

Um möglichst den Überblick zu behalten, haben wir die Packliste in drei Kategorien unterteilt: Eintagestour, Mehrtägige Trekkingtour & Roadtrip. Dies erschien uns sinnvoll, da wir auch unsere Tour in diese drei Bereiche unterteilt haben. Starten wollen wir mit einigen Tagestouren um uns etwas in die neue Gegend einzugewöhnen. Spätestens nach der Hälfte der Zeit möchten wir dann mit einigen Mehrtagestouren starten um mehr von den Alpen erkunden zu können. Zwischen drin werden wir immer wieder Zeit am Auto verbringen, die für uns in die Kategorie Roadtrip fällt. Zusätzlich haben wir unsere Packliste in die Sparten Hunde, Grundausstattung, Gesundheit, Essen, Drogerie, Elektronik, Kleidung und Unterhaltung aufgeteilt.

 

Krampfhaft gingen wir jede nur erdenkliche Situation durch, um ja Nichts zu vergessen. Irgendwann kamen wir dann aber zu der weisen Erkenntnis, dass es unmöglich ist alle erdenklichen Szenarien durchzugehen. Wir haben schlichtweg noch keine Erfahrung im Packen für Roadtrips und Trekkingtouren und werden wohl erst im Nachhinein zweifelsfrei um einiges schlauer sein.

 

Doch wir wollen auch nicht komplett unvorbereitet losziehen und wenigstens die gängigsten Vergesser vermeiden. Von unvorhersehbaren Ereignissen werden wir auf unserem Trip sicher noch früh genug ins Chaos gestürzt. Deshalb sollten wenigstes grundlegende Fragen nach Essen, Trinken und Schlafen im Vorhinein einigermaßen geklärt sein. Da wir vorhaben einige Nächte auch in unserem Auto zu verbringen, wird vor allem das Thema Schlafen garantiert sehr spannend werden. Gerade so haben wir ein altes, aber sehr komfortables Luftbett in den kleinen Peugeot hineingequetscht bekommen. Mit leicht eingezogenen Beinen haben wir zusammen mit den Hunden (hoffentlich) Platz zum Schlafen und somit die Möglichkeit, zwischen den Touren immer wieder auch im Auto mal eine Nacht zu verbringen. Soweit zumindest zur Theorie – auf die Praxis sind wir jetzt schon tierisch gespannt.

 

Da wir aber mit einem Auto am Start sind (auch wenn es für einen Roadtrip gänzlich ungeeignet ist – Viel zu klein), sind auch einige Luxusgüter mit dabei, die man natürlich auf eine reine Trekkingtour in der Regel nicht mitnimmt. Dazu gehören vor allem unsere Laptops, ein 2-Platten-Gasherd und ein paar Klamotten mehr als wir auf unserem Rücken tragen könnten.

 

Möglich ist das Ganze auch nur dank unserer Dachbox, in die wir (hoffentlich) alles an Gepäck verstaut bekommen. Schon alleine durch den begrenzten Stauraum für unsere Ausrüstung, sind wir gezwungen uns auf das Nötigste zu beschränken. Alles was groß und sperrig ist fliegt von vornherein raus. Somit unterscheidet sich die Zusatzliste für den Roadtrip nicht wesentlich von der für die Trekkingtouren. Auch dort sind wir mit unseren beiden Rucksäcken platztechnisch sehr eingeschränkt. Bewusst haben wir uns für – in den Augen einiger vielleicht – untypisch kleine Trekkingrucksäcke entschieden, um gar nicht erst in die Versuchung zu kommen, unnötig schwere und störrische Last mit uns rum zu schleppen. Jess ihr Rucksack hat ein Fassungsvermögen von gerade mal 38 Liter, der von Jens hat kaum mehr als 45 Liter.

 

Somit haben wir zwar die Grenze für das Ultralight-Trekking etwas überschritten, sind aber auch noch weit unter dem Standard der Luxuswanderer. Wir haben unser Bestes gegeben, unsere Packliste auf das Nötigste zu Beschränken und dabei alles Mögliche zu bedenken. Natürlich ist man gerade als Einsteiger des Aussteigens im Nachhinein immer schlauer, doch man kann sich in der heutigen Zeit auch schon gut im Vorhinein informieren und so von Anfang an gleich ein paar grundlegende Sachen direkt auf der Packliste vermerken, um aus den Anfängerfehlern Anderer zu lernen.

 

Zudem haben wir auf einigen kleinen, eintägigen Trekkingtouren in der Heimat immer wieder erprobt, was wir für eine Tagestour alles dabeihaben sollten. – Natürlich immer nur das, aus unserer Sicht, absolut Notwendigste. Danach stellten wir uns immer die Fragen, in wieweit sich diese Listen nun von der für die Eintagestouren unterscheidet und in wieweit sich diese Liste mit Sachen, die man bei einem Roadtrip noch im Auto mitnehmen kann, erweitern lässt.

 

Mit unserer mangelnden Erfahrung bringen wir – wie wir feststellen mussten – einfach auch die klassischen Ängste, von Einsteigern ins Trekking, mit. Diese führen dazu, dass wir wohl aus Sicht vieler langjähriger Ultralight -Camper, viel zu viel mit uns mitschleppen. Doch die Angst davor zu wenig zu essen oder zu trinken dabei zu haben, die Panik davor der Brennstoff oder das Klopapier könnten ausgehen, führen bei mangelnder Erfahrung wohl einfach zwangläufig dazu, dass man zu Beginn immer mehr mit sich schleppt, als man braucht. Ganz egal, wie sehr man vom Gegenteil überzeugt ist.

 

 

 

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