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Einsatz für Vielfalt in der Geocaching CITO Woche

Nature.Impulse - Paws4eveR mit Müsly & Korny im Einsatz für Vielfalt in der Geocaching CITO Woche

Schon im April dieses Jahres veranstaltete Groundspeak eine CITO Woche. Nun gab es vom 15. bis 23. September noch eine Weitere. Auch dieses Mal konnte man wieder ein Souvenir für die Teilnahme oder das Ausrichten eines CITO Events abstauben. Wir haben als Geocacher die letzten Jahre schon an einigen CITOs teilgenommen, jedoch war dieses – jetzt im September – für uns eine komplett neue und sehr ungewöhnliche Erfahrung.

 

Doch zuallererst noch ein wenig über CITOs an sich und die Souvenirwoche. Traditionell wird bei einem Cache-In-Trash-Out Event in der Regel Müll aus einem bestimmten Bereich geräumt, um diesen sauber zu machen und Platz für neue Geocaches zu schaffen. Aber auch andere Tätigkeiten wie zum Beispiel das Entfernen von Neophyten (nicht auf natürliche Weise eingewanderte Pflanzen, die sich unkontrolliert ausbreiten und einheimische Pflanzenarten verdrängen), der Erhalt von Biotopen und der Kulturlandschaft, das ziehen von Zäunen, junge Bäume pflanzen und schützen, Wege wiederherstellen, Nistkästen pflegen, Hecken & Obstbäume schneiden und Wiesen mähen können Aufgabe eines CITO Events sein. Oft finden solche Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Stadt und deren eigenen Aktionen statt. Es gibt aber auch viele Privatvereine oder -personen die ein CITO auslegen möchten und dies nur am Rande mit den zuständigen Behörden absprechen, da diese auch oft noch sehr unwissend und etwas misstrauisch gegenüber dem Völkchen der Geocacher sind. Aber auch wenn die Stadt ausschließlich die Genehmigung erteilt und sonst keinerlei Unterstützung in Form von Müllsäcken, Schubkarren, Rechen oder Ähnlichem stellt, ist dies selten ein Hindernis für Cacher etwas Gutes zu tun. Ganz besonders dann nicht, wenn man für die harte und schweißtreibende Arbeit zum Wohle der Natur auch noch ein neues Souvenir in seine Sammlung mit aufnehmen kann. Wenngleich die CITO Woche nach deutschen Umwelt- und Tierschutzbestimmungen immer etwas ungünstig fällt (oft in der Brut- und Schutzzeit von Vögeln) finden doch immer sehr gute Kompromisse und daraus resultierende Aktionen statt.

 

Das CITO "Pusteblume gesucht! - LTST #25" in Neckarsulm – welches wir uns als gebürtige Heilbronner nicht entgehen lassen wollten – war das aller erste der Stadt und wurde zusammen mit dem Bauhof organisiert. Doch nicht nur für die Stadt war es ganz neu bei einem CITO von Geocachern mitzuwirken, auch für viele (langjährige) Geocacher war die umzusetzende Idee des Bauhofes komplett neu. Umso mehr haben sich alle freiwilligen Helfer des CITO Events und natürlich die Veranstalter selbst darüber gefreut, dass durch die gute Zusammenarbeit mit dem Bauhof nicht nur jede Menge Rechen und Heugabeln sondern sogar auch eine Bierbank gestellt wurde.

 

Deklariert wurde die Tätigkeit – die all die fleißigen Helfer des CITO Events in Neckarsulm ausüben durften – als Mähgut entfernen. Der Gedanke dahinter wurde vom Bauhof Neckarsulm bzw. den Eventveranstaltern Petitcrü und Redanchor folgendermaßen erklärt: „Wenn man das abgemähte Grün auf den Wiesen liegen lässt, wird es wieder dem Nährstoffkreislauf der Erde zugeführt. Von dieser natürlichen Untermulchung profitieren derzeit auf den Wiesen aber nur wenige Pflanzenarten, hauptsächlich Brennnesseln. Deswegen soll auf den ausgewählten Wiesen darauf bewusst verzichtet werden, indem man das Mähgut entfernt, um die Böden magerer zu bekommen und so auch Pflanzen die magere Böden bevorzugen einen Lebensraum zu bieten. Auf diese Weise bekommen Insekten und andere Lebewesen – welche eben diese Pflanzen bevorzugen – ebenso ein Lebensraumangebot.“  – Es  hieß also: Gemeinsam gegen Einfalt!

 

Wie man es vom Leintalstammtisch schon gewohnt ist, wurde die ganze Veranstaltung durch ein lustiges Spiel aufgepeppt. Aus dem Aufsammeln des Mähguts wurde auf einer der Wiesen ein kleiner Wettbewerb mit Siegerehrung gemacht. Keiner musste – aber jeder der wollte durfte – sich mit einem Rechen oder einer Heugabel bewaffnet ein Wiesenstück zuteilen lassen, während die restlichen Teilnehmer gemütlich auf den anderen Wiesen gemeinsam das Heu zusammensammelten. Wir waren als Paws4eveR mit Müsly und Korny natürlich auf der Wiese anzutreffen, auf der der Wettbewerb stattfand.

 

Nach einem kurzen Abklären der Regeln und einteilen der Bereiche stellten sich alle Teilnehmer, von Jung bis Alt auf ihre Position und warteten auf den Startschuss. Mit viel Spaß und unerlaubtem Teamwork riefen bereits nach weniger als zehn Minuten die ersten das Schlusswort aus, indem sie ihr gemähtes Stück Wiese vor allen anderen vom Heu befreit hatten. Während wir auf unseren Wiesenstücken noch fleißig – und illegaler Weise gemeinsam – rechten, fand zwischen dem kleinen Lemahu21 und Don_Teflon ein stechen statt. Nach weiteren zehn Minuten in der siedenden Mittagssonne gab sich DonTeflon dann aber schließlich geschlagen und Lemahu21 ging als Sieger aus dem schweißtreibenden Wettkampf hervor.

 

Müsly und Korny verbrachten den Mittag völlig entspannt im Schatten einiger Bäume auf der Wiese, abseits der hart arbeitenden freiwilligen Helfern. Erst ganz am Ende, als wir alle gemeinsam stolz vor einem riesigen Berg Heu standen, durften die beiden Fellschnauzen – rechtzeitig zum Gruppenfoto, welches durch eine nette Apfelerntehelferin ermöglicht wurde – kurz ins Heu springen.

 

Der Berg aus zusammengetragenem Heu hatte tatsächlich eine stattliche Größe angenommen, von der wir ganz und gar nicht ausgegangen waren. Selbst der Herr vom Bauhof Neckarsulm war mehr als nur Zufrieden mit unserer Arbeit, so konnten wir zufrieden den zweiten Teil des Events einleiten und uns nach der Arbeit dem wohlverdienten Vergnügen widmen. Auch wenn durch die nette Idee des Wettbewerbs bereits schon die Arbeit eine Menge Vergnügen bereitet hatte, war es doch auch schön mit all den anderen fleißigen Helfern der anderen Wiesen zu quasseln und sich am mehr als nur üppigen Buffet zu bedienen. Es gab mal wieder eine Menge Travelbugs zum discovern, Geschichten zum Lauschen und natürlich ein liebevoll gebasteltes Logbuch, an welches man zur Abwechslung ausnahmsweise ohne das Lösen eines Rätsels kommen konnte.

 

Alles in Allem hatten wir einen tollen Tag, wurden mal wieder um viel Wissen bereichert, haben nicht nur eine Dose zum Loggen und ein Souvenir zum Abstauben bekommen sondern auch etwas Gutes für die Natur getan. Wir hoffen, dass die Stadt Neckarsulm die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern des Geocaching Events ebenso als Erfolg verbucht hat und so in Zukunft noch öfter Kooperationen mit Geocachern eingehen wird. Gerade CITO Events bieten immer wieder eine gute Gelegenheit, den misstrauischen Muggeln da draußen zu beweisen, dass uns Geocachern die Natur genauso am Herzen liegt wie ihnen, wenn nicht sogar noch ein bisschen mehr. Kein einziger Cacher, der uns bisweilen über den Weg gelaufen ist, hat mutwillig Etwas zerstört, seinen Müll aus dem Fenster geschmissen oder ist in irgendeiner Weise respektlos mit einem Tier umgegangen. Dass können wir weder von unseren Nachbarn noch von unseren Kollegen behaupten.

 

Die Geocaching Gemeinschaft besteht – wie wir es bereits auf dem Mega-Event in Idar-Oberstein festgestellt haben – in der Regel aus freundlichen und vorurteilslosen Menschen, die überaus Respektvoll mit der Natur und deren Tieren umgehen. Ausnahmen bestätigen natürlich – so wie überall immer – die Regel, aber bisweilen halten sich nach unserem Erfahrungsstand die Ausnahmen bei Cachern bedeutend mehr in Grenzen wie in so manch anderen Gemeinschaften.

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