Das zuckersüße Schlitzohr Korny

Nature.Impulse - Müsly & Korny

Seit nun schon über 5  Jahren gibt es den kleinen Korny. Er war so etwas wie Müsly's kleiner Bruder. Tatsächlich war er auch als genau das gedacht. Man kann davon halten was man will, doch Jess hat sich einen Zweithund aus dem Grund zugelegt, dass der Erste nicht mehr alleine ist. Vor über 5 Jahren war eine Zeit in Jess Leben, wo es Müsly sehr schwer hatte und nicht gut klarkam. Viele Monate probierte Jess vieles aus, doch das Beste für Müsly, war für Jess leider unmöglich zu bewerkstelligen. Dann kam ihr die Idee: Mit einem zweiten Hund im Haus ist es nie wirklich leer und Müsly vielleicht nicht mehr so einsam.

 

Da die kleine Ziege sich zu diesem Zeitpunkt gerade auch erst von ihrer zweiten Bisswunde erholt hatte, war sie ziemlich misstrauisch anderen Hunden gegenüber. Sie hatte sich ein gewisses Beuteschema angeeignet, dass ziemlich gut auf das Profil ihrer Angreifer passte. Jeder Hund, der ihrer Meinung nach in dieses Schema fiel, wurde bitterböse zusammengemotzt und bekam keine Gnade. Jess suchte also einen Hund, der genau das Gegenteil war von allem, was Müsly zu diesem Zeitpunkt angriff. Es musste ein junger Hund sein – aber bloß kein Welpe – unbedingt ein Rüde, auf keinen Fall dominant, nicht aufdringlich, absolut ruhig und ausgeglichen und am Besten mit einer Aura, die all diese positiven Eigenschaften auf Müsly überträgt.

 

Ziemlich exakt das, hat sie mit Korny bekommen. Er sollte Jess zuerst gar nicht vergönnt sein, denn er war bereits vermittelt. Doch durch einen unvorhersehbaren Vorfall kam er in die Vermittlung zurück und somit auch zu Jess. Die Tierschutzorganisation, die Korny in Griechenland von der Straße geholt hatte, gab ihr die Möglichkeit ihn bei seiner Pflegestellen besuchen zu gehen. Tatsächlich hielt der kleine Streuner, was er auf den ersten Blick zu versprechen schien. Nach und nach half er Müsly ruhiger und gelassener zu werden, ihre Aggressionen auf Hunde ihres Beuteschemas abzulegen und mit ihrer damaligen Lebenssituation besser klarzukommen. Dafür hatte Jess einen Zweithund geholt. Dafür ist Korny perfekt, ja geradezu ein Engel. Doch es ist unverkennbar: In dem Schlitzohr steckt durch und durch nur Jäger. Noch nie zuvor habe ich einen Hund erlebt, der mit einer derartigen Schmerzunempfindlichkeit und Hartnäckigkeit etwas jagt, wenn er die Chance dazu bekommt!

 

Jahrelang hat Jess versucht seinen Trieb, diesen uralten Instinkt, in den Griff zu bekommen. Doch die Menschlichkeit hat sie irgendwann haltmachen lassen. Dennoch, der Fortschritte sind zweifelsfrei überragend. Oft darf Korny mittlerweile von der Leine, bei vielen Reizen, die sich ihm bieten, lässt er sich – durch positive Verstärkung – abrufen, doch eine Sache bleibt: Der Impuls zu hetzten, wenn sich Wild bewegt. Sieht  Jess einen Hasen zu spät, sieht er ein Reh vor ihr, dann ist er weg.

Noch nie hat er etwas gerissen und wir werden unser Bestes geben ihn mit Vernunft und Menschlichkeit auch weiterhin so zu halten. Auch wenn er auf allen Touren durch den Wald immer an der Leine ist und stets nur kurz & kontrolliert rennen darf, so hat auch Korny eine riesen Freude daran neue Wege zu erkunden, sich auf Lichtungen zu sonnen und permanent an unserer Seite zu sein. Sicherlich vermisst auch er Müsly, sie war schließlich seine große Schwester und immer an seiner Seite. Doch seit sie weg ist, schleicht sich Korny - vor allem Nachts - leidenschaftlich gerne unter die Bettdecke, sammelt Streicheleinheiten wann immer er kann und wird - gemeinsam mit uns - auch wieder freude an einem Leben ohne Müsly finden.

Die Bullies Tyson und Chelly


Zusammen mit Ben kamen auch seine beiden Bullies mit auf die große Reise. Wie die beiden Old English Bulldogs ihren Weg zu Ben gefunden haben ist mehr als nur ungewöhnlich. Angefangen hat vermutlich alles vor über 15 Jahren, als Ben nicht nur an einen seiner größten Tiefpunkte im Leben sondern auch - durch eine gute Freundin - auf den Hund kam. Ein Bulli-Züchter aus der Umgebung gab ihm damals die Chance sich einen Tag lang auf seinem Anwesen zu beweisen und im Gegenzug dafür einen Hund aus seinem letzten Wurf geschenkt zu bekommen. Mit kaum einem Cent in der Tasche ergriff Ben natürlich die Chance mit Unterstützung einen Hund und somit auch wieder eine Aufgabe und einen neuen Sinn im Leben  zu bekommen. Diese Lebensaufgabe hieß Kamee und begleitete Ben 15 Jahre durch dick und dünn. Sie machte ihm in jedem einzelnen Moment mit ihr klar, dass er nie mehr ohne Hunde sein möchte.

 

Als Ben sie dann schleißlich nach einem langen und glücklichen Leben bis in die Altersschwäche begleitet hatte, ließ er sie vor einigen Jahren erlösen und weiter gehen in den Himmel. Nur kurze Zeit war er ohne einen vierbeinigen Begleiter, denn er kontaktierte den Züchter wieder um ihn über Kamee zu informieren. Er erzählte ihm von seinem Leben mit der American Bulldog Hündin und dass er sie nun leider hat gehen lassen müssen. Daraufhin bekam er erneut die Chance auf einen Bulli, den der Züchter aus unwarscheinlich schlechter Haltung befreit hatte. Dieser Problemhund, der kaum etwas kennt, auf alles losgeht, was ihm angst macht und vermutlich niemals mehr sozialisert werden kann, heißt Tyson. Man kann sich nur wage vorstellen was mit diesem so treudof dreinblickenden und eigentlich total verschmusten grauen Bulli alles getrieben wurde sein muss um ihn zu so einem misstrauischen, verängstigten und Artgenossen gegenüber derart aggressiven Vierbeiner zu machen. Er ist ein Angsthund wie er im Buche steht und wird das vermutlich auch für immer bleiben. Bei uns soll er nun einfach nur das Recht zu Leben haben und an der Seite von Chelly alt werden.

 

Die schoko-weiß gefleckte Chelly ist eine Hündin des Züchters des mittlerweile ein guter Freund von Ben geworden ist. Er bot sie ihm ebenfalls als Geschenk und  Zweithund an, damit Tyson nicht so alleine ist. Dafür möchte der Züchter sie aber auch noch zwei mal decken lassen und im Tausch für die Hündin ihre Welpen haben. Chelly ist der einzige Hund den Tyson je in sein Leben gelassen hat und vermutlich auch wird. Sie ist so etwas wie seine Mutter, Beschützerin, Aufpasserin. Keiner weiß so genau was er wirklich in ihr sieht, aber er liebt sie zweifelsfrei. Die beiden sind zusammen glücklich, froh einander zu haben und brauchen nicht arg viel mehr über den Tag als ein Plätzchen in der Sonne und ein paar Streicheleinheiten.