Heilpflanze Fenchel

Sanfte Heilung mit Geschmack


Das süß-würzige Aroma des Doldengewächses macht sich nicht nur gut in der Küche, auch bei gesundheitlichen Problemen hilft Fenchel (Foeniculum vulgare) hervorragend aus. Da die ätherischen Öle Anethol und Fenchon der Heilpflanze als krampf- und schleimlösend gelten, wird gerade Fencheltee oft bei Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden eingenommen.

Jeder der gerne Tee trink hat Fenchel schon einmal auf der Inhaltsliste von fertig gemischten Teebeuteln gelesen. Gerade in Husten- und Bronchialtees sowie Magen-Darm-Tees steht Fenchel bei der Zusammensetzung ganz vorne mit dran. Als wir in Kroatien auf die wild wachsende Heilpflanze aufmerksam gemacht wurden, bemerkten wir die feinen, federartigen Blätter des wilden Fenchels mit einem Mal an nahezu jedem Wegrand. Als süßes Pendant zur Zistrose schmeckten wir den aromatischen Wildfenchel in selbstgebrühtem Tee von Bekannten vor einigen Wochen zum ersten Mal. Wir erfuhren noch viele weitere spannende Eigenschaften dieser leckeren Heilpflanze. Aus der Küche kennen wir die Knolle des Gemüses schon lange, doch was der Fenchel als Heilpflanze alles drauf hat, wissen wir erst seit Kurzem.


Herkunft und Beschreibung von Fenchel

Fenchel stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und soll eines der ältesten Gewürze der Welt sein. 3.000 v. Chr. bereits sollen die Heiler in Mesopotamien um das Wissen der Pflanze verfügt haben. In der Antike dienten die Samen des Fenchels zum Würzen für Speisen und Getränke. Heilkundige in Griechenland empfahlen bereits damals stillenden Frauen, die Samen des Fenchels zu Anregung der Milchbildung einzunehmen.

Seit dem Mittelalter ist zudem die durchblutungsfördernde Wirkung und Hilfe bei Verdauungsbeschwerden bekannt. Anscheinend hat Karl der Große zu Herrschaftszeiten angeordnet, dass im gesamten Reich Fenchel kultiviert werde soll, damit sein Volk gesünder lebe und von den positiven Eigenschaften der Heilpflanze profitieren kann.

Die heilende Wirkung ist größtenteils den Samen des Fenchels zuzuschreiben. Die Pflanze gehört zur Familie der Doldengewächse und zeichnet sich durch ihre blau-grünen feinen, federartigen Blätter aus, die sehr aromatisch nach Anis duften. Die weichen und mehrfach fiederschnittigen Blätter laufen nach oben fädig aus und entspringen einem aufrechten, hellen und fleischig-gerillten Stengel. Der hohle Stiel des Fenchels bildet am Ende eine weißliche Knolle, welche aus kräftigen Speicherblättern besteht.

Im Juli bilden sich auf den feinen Stengeln des Fenchels hüllenlose Dolden. Bis in den September hinein blühen diese in einem leuchtenden Gelb. Anschließend entwickeln sich aus den Blüten der Heilpflanze die vielverwendeten Samen des Fenchels, welche auch als seine Früchte bezeichnet werden und denen die heilende Wirkung nachgesagt wird.

Zu unterscheiden in Aufbau und Verwendung ist der Wildfenchel vom Gartenfenchel. In der Küche trifft man verschiedene Unterarten des Gartenfenchels an, welcher aus der wild wachsenden Heilpflanze heraus gezüchtet wurde. Die unterschiedlichen Sorten sind unter den Namen Gemüse- bzw. Gewürzfenchel, wie auch Süß- oder Knollenfenchel bekannt und nicht wild anzutreffen. All diese Fenchelarten entwickeln eine weiße, faustgroße Knolle am Ende des gerillten Stils und besitzen kaum Blätter. Die Knolle wird mit ihrem zwiebelschalenähnlichen Aufbau meist gekocht oder roh in zahlreichen Speisen verwendet und schmeckt leicht süßlich.

Der etwas schärfere Wildfenchel ist auch unter dem Namen Esels-, Pfeffer- oder Bitterfenchel bekannt und bildet kaum eine Knolle aus. Dafür kann das Gewächs zu einer Höhe von bis zu zwei Metern heranwachsen, ist aber selten in dieser Größe zu sehen. Die Früchte bzw. Samen des wilden Fenchels enthalten zudem in großer Menge die heilenden ätherischen Öle, welche in den Blättern nur zu einem geringen Anteil vorhanden ist.


Wirkung und Anwendung von Fenchel

Anethol und Fenchon heißen die heilenden Öle in den Samen des Fenchels, welche zudem für den Geschmack und Geruch des Doldengewächses verantwortlich sind. Am stärksten ist die Konzentration der Öle zwar in den Samen der Heilpflanze (aus denen klassischerweise auch der Tee gemacht wird), doch in den Blätter und der Knolle kommen die Öle, denen eine Vielzahl heilender Kräfte nachgesagt wird, ebenso vor. Abhilfe verschafft der Fenchel bei folgenden Symptomen:

  • Magen-Darm-Beschwerden Durch seine krampflösende und durchblutungsfördernde Wirkung wird Fenchel oft bei Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen- und Krämpfe eingesetzt. Als Tee verwendet wirkt Fenchel stark verdauungsfördernd und beruhigt die Magenschleimhaut.

  • Atemwegsprobleme wie Husten und Schnupfen Durch die schleimlösende und antibakterielle Wirkung von Fenchel wird er oft bei Erkältungen eingesetzt. Beim Inhalieren des Tees löst sich festsitzender Schleim aus den Bronchien und der Abtransport aus den Atemwegen wird unterstützt.

  • Augenbeschwerden Auch bei Problemen mit der Bindehaut soll Fenchel helfen. Noch hatten wir zum Glück keine derartigen Probleme, doch es leuchtet ein, dass die Heilpflanze durch ihre entzündungshemmende, antiseptische und beruhigende Wirkung auch hier helfen kann. Ein in Fencheltee getränktes Tuch auf den Augenlidern soll beim Lindern von Entzündungen mitwirken.

  • Probleme während der Periode, in den Wechseljahren und der Stillzeit Auch bei Menstruationsschmerzen während der Periode kann die Heilpflanze helfen. Durch seine krampflösende und entspannende Wirkung beruhigt der Tee nicht nur Magen-Darm, sondern kann auch bei Unterleibsschmerzen Linderung verschaffen. Noch keine Erfahrungen haben wir mit der anregenden Wirkung von Fenchel gemacht, der in der Stillzeit die Milchbildung fördern soll und dessen Wirkung auch bei zahlreichen Wechseljahresbeschwerden Abhilfe schafft. Die Stoffe im Fenchel sollen nämlich zudem östrogenähnlich sein und somit bei Frauen in den Wechseljahren den Hormonmangel ausgleichen.


Heilpflanze Fenchel in der Küche

Wir kochen seit unserem Leben im Van nicht nur mit der Knolle, sondern verwenden vor allem die Blätter der Heilpflanze zum Zubereiten von Gerichten. In Kombination mit anderen Kräutern kann das Grün das ganze Jahr über als Süßungsmittel im Tee mit aufgegossen werden. Zum Versüßen von Speisen findet Fenchel auch gerne Verwendung. Gerade die Knolle schmeckt gekocht, gebraten, gegrillt und gedünstet zu beinahe allen Gerichten. Auch roh passt Fenchel super als süßes Pendant in den Salat. Gerade bei der Verarbeitung des Fenchels als Rohkost bleiben alle wertvollen ätherischen Öle und damit die heilenden Wirkstoffe erhalten, wohingegen diese beim Kochen größtenteils verloren gehen.


Aus dem Grün des Wildfenchel in Kroatien machen wir gerne ein würziges Fenchelpesto als Brotaufstrich zu einem schlichten Bauernbrot.


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