Unser Start ins Vanlife

Mit dem Mut in der Hand und der Überzeugung im Herzen zogen wir los



Den Ausstieg haben wir geschafft und sind erfolgreich ins Vanlife gestartet.


Nicht nur wir mussten über das Jahr einige Höhen und Tiefen durchleben, auch unser Reiseblog Nature.Impulse hat die letzten Monate einiges durchgemacht. Es ist viel passiert und es hat sich einiges verändert. Doch nun sind wir mit unseren drei Vierbeiner auf den zwölf Quadratmetern unseres Vans unterwegs und bereit die Welt zu sehen. Durch den Beitritt in die Facebook-Gruppe Urlaub gegen Hand hatten wir uns bereits Anfang des Jahres kennengelernt. Während Jess zu diesem Zeitpunkt ihre erste UgH-Stelle in Sachsen-Anhalt wahrgenommen hatte, trat Ben noch weiter kräftig im Hamsterrad seine Runden. Kurze Zeit später hatte dann aber auch er den Mut, den Schritt in die Freiheit zu wagen und zu Jess in den Norden Deutschlands zu reisen. Doch nach unserem Kennenlernen und dem Start der gemeinsamen Reise, trafen wir weniger die erwartete große Freiheit an, sondern wurden vielmehr vor Hürden gestellt, die wir in einem derartigen Ausmaß noch nie zuvor erlebt hatten. Die Veränderungen und Schicksalsschläge führten dazu, dass alle erträumten Reisepläne erstmal auf Eis gelegt wurden. Nach nicht einmal einem halben Jahr als Aussteiger hatten wir das Land kaum verlassen und waren innerlich dabei den großen Traum bereits wieder aufzugeben. Mit wenig Hoffnung und Zuversicht schauten wir ein letztes Mal in die Urlaub gegen Hand - Gruppe hinein und schilderten unseren Schicksalsschlag. Absolut überwältigt wurden wir dann beide von der unerwarteten Anteilnahme und Unterstützung der Mitglieder. Dutzende von motivierenden Antworten ließen uns ein letztes Mal ungeahnte Kräfte schöpfen um loszureisen. Der Sommer stand vor der Türe, als wir uns aufrafften und mit unseren Vierbeinern endlich loszogen, um unseren Traum vom Aussteigerleben zu verwirklichen. Leicht war es gerade an diesem Punkt erst recht nicht mehr, einen so großen Schritt zweifelsfrei zu wagen. Eine sehr gute Freundin nennt dieses finale Zögern – wenn wirklich alles soweit ist aufzubrechen aber man es doch nicht tut– die sogenannte Angst vor dem Mut. Da wir dieses Gefühl noch öfter zu spüren bekamen, stimmen wir ihr mittlerweile absolut zu. In dem Moment, in dem einem wirklich kein einziger Stein mehr im Weg liegt und der große Traum tatsächlich greifbar ist, begreift man plötzlich, was man da eigentlich Bescheuertes vorhat und bekommt Angst vor dem eigenen Mut, der dann plötzlich mit einem Mal verschwunden scheint. Dieses Phänomen ist zweifelsfrei Verursacher unzähliger Rückzieher von Leuten, die ihr großes Glück tatsächlich zum Greifen nah hatten, es sich aber dennoch nicht geschnappt haben. Durch das Setzen eines klaren Zieles mit einer neuen UgH-Stelle, hofften wir, den Mut zu behalten, unsere Reise endlich durchzuziehen. Viele Aussteiger haben uns über Tage hinweg motiviert und inspirierende Sätze mit an die Hand gegeben. Eine Lebensweise, die wir uns jeden Tag aufs Neue zu Herzen nehmen, ist das Leben im Vertrauen darauf, dass alles so kommt, wie es kommen muss. Es gibt viele Redewendungen dafür, den Lauf des Lebens anzunehmen und ihm zu vertrauen. Diese Einstellung fanden wir von Anfang an erstrebenswert, ganz besonders, wenn man bedenkt, welch Ironie sich in unsrer Situation dahinter verbirgt. Denn in unserem Fall stellte es eine ganz besondere Herausforderung dar, nach all dem Geschehen noch echtes und ehrliches Vertrauen ins Leben zu entwickeln. Man könnte fast denken, dass das Schicksal uns so richtig auf die Probe stellt, um unser wahrhaftiges Vertrauen ins Leben zu prüfen. Doch das ist in Ordnung. Wir stellen uns dieser Prüfung und geben nicht auf. Deutschland haben wir vor einigen Wochen endgültig verlassen, um eine Urlaub gegen Hand - Stelle an der Küste von Kroatien anzunehmen. Jeden Tag aufs Neue versuchen wir, den Sommer Dalmatiens zu genießen und pendeln uns langsam (wieder) ein. Das Leben im Vertrauen haben wir uns schon ein Stück zurückgeholt und werden auch den Rest davon wieder finden, um unseren Ausstieg endlich fühlen zu können.

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