Trolly und die tote Möwe

Von harten Rückschlägen und sanften Methoden


Heute hatten wir mit unserm Trolly mal wieder einen ganz besonders aufregenden Tag. Als es Mittags einen abartig lauten Schlag ließ, fiel eine Möwe auf den Hof, auf dem wir aktuell mit dem Van stehen. Das Tier war gegen die Stromleitung geflogen und sofort gestorben. Bisweilen hatten wir mit toten Vögeln noch nicht allzu viel Erfahrung, daher war es für uns eine große Überraschung, dass Trollys Welt durch die leblose Möwe komplett aus den Fugen geriet.

Trollys Panik vor der toten Möve zeichnet sich in jeder Faser seines Körpers ab.

Wir rechneten schon damit, dass unser Angsthund auf das tote Tier unverhältnismäßig stark reagieren würde, doch Trollys Panikattacke, als er die Möwe von Weitem zu wittern begann, übertraf all unsere Vorstellungen.

Unser Vierbeiner hing augenblicklich in der Leine und ließ sich keinen Millimeter mehr in eine andere Richtung bewegen, wie direkt auf das tote Tier zu. Er ruderte über die Pflastersteine, als würde es um Leben und Tod gehen und er müsse das Rudel vor diesem leblosen Ungeheuer beschützen. Ben hatte keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr auf unseren Problemhund. Selbst als beide am anderen Ende des Hofes standen war die Entfernung zum feindlichen Objekt für Trolly immer noch zu groß, um sich zu entspannen. Weder das Abbruchsignal "Nein" noch eine bestimmende Ermahnung brachte unseren vollkommen verstörten Hund aus seinem Wahn.

Wir machten heute gefühlt einen großen Rückschritt, als wir Trolly komplett aus der Situation heraus nehmen mussten, um in irgendeiner Weise auf ihn einwirken zu können. Die Angst und Panik, die unser Gelber Hund durchlebte, zeichnete sich in jeder Faser seines Körpers ab. Sein Brustkorb bebte, sein Atem ging schnell und hektisch zog sich ein Zittern durch jeden einzelnen seiner Muskeln.

Diese neue Situation überforderte nicht nur Trolly komplett. Es bestand absolut keine Einflussmöglichkeit mehr auf ihn, so dass wir das ganze Spiel nach wenigen Minuten abbrachen. Nur kurz ließ Ben sich von Trolly noch an der Leine hinterher ziehen, um zu sehen, in welche Richtung das Verhalten unseres Angsthundes geht. Komplett an das tote Tier ließen wir ihn natürlich nicht heran, doch wir vermuten, dass er sich aus Angst vorwährtsgehend auf die Möve stürzen würde, wenn er die Möglichkeit bekommt. Ganz besonders krass war Trollys Verhalten über den restlichen Abend hinweg. Selbst als die Möve schon längst vom Hof entfernt war, suchte er die Stelle, an der das tote Tier gelegen hatte, hektisch und panisch ab. Ohne jegliche sichtbar Reize nutzen wir dieses Verhalten unseres Angsthundes, um ihn nochmals zu trainieren. Mit sehr viel Ruhe, Geduld und Lob schafften wir es nach über einer halben Stunde Auf und Ab langsam wieder Blickkontakt von unserem Trolly zu bekommen. Der Hof war vollkommen leer, als es zu dämmern begann und unser aus allen Wolken geflogener Autist langsam begriff, das die Einfahrt keine Gefahr mehr birgt und er sich etwas in Sicherheit wiegen darf.

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